KOROGLU-FESTUNG
Ein Beispiel der alten Verteidigungsarchitektur und des archäologischen Erbes Aserbaidschans
Die Koroglu-Festung, die in einigen Quellen auch als Dschawanschir-Festung bezeichnet wird, gehört zu den bedeutendsten historischen und archäologischen Denkmälern Aserbaidschans. Die Festung befindet sich nördlich des Dorfes Galakend im Bezirk Gadabay am linken Ufer des Schamkir-Flusses. Volksüberlieferungen zufolge lebte der Volksheld Koroglu hier eine Zeit lang mit seiner Gefolgschaft.
Die Festung zeichnet sich nicht nur durch ihre komplexe architektonische Struktur aus, sondern auch durch ihre strategische Lage und ihr natürliches Verteidigungssystem. Der westliche Teil des Denkmals ist von steilen Felsen umgeben. Die Verteidigungsmauern bestanden aus zwei Reihen, und mehr als zehn Türme sind bis heute relativ gut erhalten geblieben.
Innerhalb der Festung befinden sich Überreste verschiedener Bauwerke, Räume mit Gewölbedecken, vermutlich als Wasserreservoirs genutzte Strukturen sowie Spuren antiker Besiedlung. Untersuchungen zeigen, dass die Festung auf einer zyklopischen Anlage aus der Spätbronze- und Früheisenzeit errichtet wurde. Diese Besonderheit macht die Koroglu-Festung nicht nur zu einer mittelalterlichen Verteidigungsanlage, sondern auch zu einem bedeutenden Beispiel der alten archäologischen Kultur Aserbaidschans.
Zyklopische Bauwerke gelten als eines der wertvollsten archäologischen Erben des Südkaukasus und wurden hauptsächlich aus riesigen Steinblöcken ohne Bindematerial errichtet. Die Regionen Gadabay und Daschkasan gehören zu den Gebieten mit der größten Verbreitung solcher Denkmäler.
Die in der Region entdeckten Keramikfunde, Glasarmreifen, Tongefäße und numismatischen Materialien aus verschiedenen Epochen belegen, dass hier auch im Mittelalter eine intensive Besiedlung bestand. Die Koroglu-Festung gilt sowohl hinsichtlich ihrer Verteidigungsarchitektur als auch ihres archäologischen Potenzials als eines der bedeutendsten Kulturerbe-Denkmäler Aserbaidschans.